Igneza Boko sammelt in der Wohlfühl-Therme wichtige Erfahrungen für den beruflichen Neustart in Togo

Igneza Boko ist der erste Praktikant in der Wohlfühl-Therme, der von der FH Deggendorf kommt. In der Regel kommen die Praktikanten zur beruflichen Orientierung von der Fachoberschule Pfarrkirchen sowie aus Haupt und Realschulen der Umgebung. Nur einmal waren im Rahmen eines Austauschprogramms Reisemanager aus dem asiatischen Teil Russlands für ein halbes Jahr als Praktikanten in der Therme. Auch Igneza Boko bekommt in seinem Praktikum eine Ahnung davon, was in Togo auf ihn zu kommt, wenn er dort seine Träume verwirklichen will. Für den 38 Jahre alten Französisch-Lehrer würde dies einen völligen beruflichen Neustart bedeuten. Boko stammt aus einer bürgerlichen Familie. Sein Vater leitet eine private Schule. Nach seinem Französisch- und Deutsch-Studium an der Université de Lomé bekam er trotz allgemeinem Lehrermangels nur einen Zeitvertrag an einer privaten Sekundarschule.

 

„Mein Vater gehört in Togo der Opposition an und sein Name ist allen Behörden bekannt, daher werde ich in meiner Heimat keine staatliche Anstellung bekommen, solange sich die politischen Verhältnisse nicht ändern“, erzählt Igneza Boko. „Um in Togo arbeiten zu können, muss ich mich selbstständig machen und mir selbst ein Unternehmen aufbauen.“ So kam Boko mit einem Studentenvisum nach Europa und landete als Soziologiestudent in Passau. Da weder das Studium passte und er sich als Schwarzafrikaner auch wenig willkommen fühlte, überließ er den Studienplatz seinem jüngeren Bruder und wechselte nach Deggendorf. „Bei uns in Togo ist der Tourismus noch nicht so entwickelt wie hier“, erklärt er. „Doch hier kann ich lernen, wie man im Tourismus Erfolg haben kann.“

 

Touristisches Zentrum Togos ist die Hauptstadt Lomé mit dem größten Fetisch-Markt Westafrikas, denn rund die Hälfte der Togolesen hängen Naturreligionen an. Die schönsten Meeresstrände des tropischen Urlaubslandes liegen nur 15 Kilometer von der Stadt entfernt und der größte See Togos nur 30 Kilometer. In Bad Griesbach konnte Igneza Boko durch die Vermittlung von Werkleiter Dieter Lustinger auch die Arbeit im Parkhotel mit Zimmerservice, Küche und Rezeption und im Reisebüro Maier, der Bad Griesbacher Incoming-Agentur, kennen lernen. So entwickelte der angehende Tourismusmanager die Idee, in Lomé ein Hotel zu errichten, das mit einem Reisebüro kooperiert und damit Touristen ins Land holt. Was er dorthin aus der Wohlfühlt-Therme mit nimmt ist vor allem die Art, wie er in diesem großen Tourismusbetrieb als Mensch aufgenommen wurde: „Alle hier waren sehr nett und aufgeschlossen. Das hat mir sehr, sehr gefallen.“